Die Fahrt zum Ladentisch

Seit einer Ewigkeit sind wir in diesem wackligen Fahrzeug eingepfercht. Es ist dunkel und furchtbar kalt. Alles stinkt nach Pisse, Kot, nach Angst und nach dem Tod. Viele von uns jammern nach ihrer Mutter.
Meine Zunge klebt mir am Gaumen. Der Durst wird immer unerträglicher. Im Nachbarkäfig läuft dem kleinen Chihuahua der blutige Durchfall einfach so aus dem Hintern. Er merkt es nicht mehr, hat keine Kraft.
Die Räder des Transporters unter uns rollen über den Asphalt der Strasse, vorbei an Dingen, welche wir noch nie gesehen haben. Wir haben keine Ahnung von grünem Gras, Regenpfützen, Erde, Himmel, dem Sonnenschein oder einem Baum. Die wenigen Wochen in unserem Leben haben wir in engen Betonverschlägen in einer alten verlassenen Fabrik in Ungarn verbracht.
Unsere Mütter haben dort schon sehr viele Kinder bekommen, so dass ihre Gesäuge ausgelaugt am Boden schleifen. Ihre Wärme und zärtlichen Zungen waren unsere einzige Zuflucht. Nun ist auch Mutter weg. Viel zu zeitig.
In meinem Bauch rumort es. Er ist aufgebläht von den Würmern, die sich in mir vermehren und meine Kraft aussaugen. Die juckenden Flöhe im Fell versuche ich wegzubeißen, aber an die Würmer komme ich einfach nicht ran.
Wir sind 92 Hundewelpen, eingesperrt in engen Käfigen auf dem Weg in den Zoo-Handel. Wir sind “Billig-Hunde”. Viele von uns werden die nächsten Tage nicht überleben. Aber wir werden trotzdem den Menschen noch genug Geld einbringen, die uns verkaufen. Und unsere Mütter müssen weiter neue Welpen für noch mehr Profit produzieren.
Das Auto stoppt. Das grelle Licht, welches durch die geöffnete Tür strömt, blendet uns. Sind wir da? Werden wir jetzt noch etwas aufpoliert, um dann in den Verkaufsräumen des Zoo-Handels präsentiert zu werden?
Erschrockene Gesichter schauen uns sprachlos an. Und dann geht alles schnell. Unzählige liebevolle Menschenhände halten uns. Sie füttern, helfen, versorgen, betreuen, streicheln und wachen über uns. Sie umsorgen uns Tag und Nacht, aber einige von uns schaffen es trotzdem nicht mehr.
In dieser eisigen Montagnacht im Februar wurde unser Transport in den Zoo-Handel Richtung Ladentisch unterbrochen und wir wurden in einer gigantischen Rettungsaktion in dem Tierschutzverein Nürnberg in Sicherheit gebracht. Die haben sogar aus meinem Bauch die Würmer verschwinden lassen. Danke.
Ihr könnt über die Internetseite des Tierschutzvereins mehr über uns erfahren.
Über die Arbeit mit den geretteten Hundewelpen könnt ihr auf einem Blick in der Aktuellen Statusmeldung lesen.
Das Tierheim Nürnberg freut sich über jede Geldspende, die wir dringend brauchen: Konto 1120752, Sparkasse Nürnberg (BLZ 76050101), Stichwort „Welpen“.
/ Dog Sammy / Wald- und Wiesenreporter und Big Boss der Fellpresse /
Welpenfotos: Tierheim Nürnberg








Ein toller Artikel, der unter die Haut geht!
Super Artikel der sehr berührt und viele berühren soll um diesen Zoo Handel zu stoppen!! SEHR GUT!!!
Tränen kullern mir die Wangen runter ……….. toll geschrieben und mit Happy End !
Vielen Dank für den Artikel. Wirklich traurig das Ganze.
Wirklich super schön geschrieben. Aber Stefan: Happy End? Noch nicht so wirklich….Du findest einen täglichen Bericht auch auf der Seite vom Tierheim Nürnberg
Super! Wenn ich das lese kommen mir die Tränen!
Toll geschrieben, hab Pipi in den Augen
Schön das die Welpen gerettet wurden! Wir beten für die die noch in Läden gekarrt werden!
Da vergeht mir das Scherzen! Viel Glück meinen jungen Freunden!
Schluck! <:.(
Der Beitrag geht echt unter die Haut.
ich finde es echt Weltklasse das du dich mt allem Herzblut für unsere 4 Beiner einsetzt und auf deine Art zeigst wie dumm, grausam und rücksichtslos die meisten 2 Beiner sind…. Die sollen sich doch nen Plüschund zulegen wenn die was zum kuscheln wollen aber selbst Plüschhund würden glaub ich “vor die Hunde” gehen…Man sollte die Menschen die Menschen die Tiere quälen auch so behandeln!!! Mach weiter so ich find das Spitze du bist die Beste!
(y)